Auch bei Hypotheken herrscht Ausverkauf
Kein Zinsanstieg in Sicht: Die schon sehr niedrigen Hypothekarzinsen sind im zweiten Quartal 2010 noch einmal günstiger geworden. Festhypotheken mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosteten im Durchschnitt nur noch 3,1 Prozent. Dies zeigt das Hypotheken- Barometer des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch. In den vergangenen drei Monaten haben zudem Liborhypotheken deutlich an Beliebtheit gewonnen.
Zürich, 13. Juli 2010 – Und weiter geht es mit den tiefen und tieferen Zinsen: Das zweite Quartal 2010 ist das bisher günstigste Quartal seit dem Zinssturz vom Herbst 2008. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres wurden die Hypothekarzinsen im Vergleich zum Vorquartal sogar noch günstiger.
Das Hypotheken-Barometer des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch zeigt, dass die Wohneigentümer für eine Festhypothek mit einer Laufzeit von 5 Jahren im zweiten Quartal im Durchschnitt 2,3 Prozent bezahlen mussten. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 2,5 Prozent. 10- jährige Laufzeiten verzeichneten im zweiten Quartal einen durchschnittlichen Zinssatz von 3,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal ist dies ebenfalls ein Minus von 0,2 Prozentpunkten. Bei den variablen Hypotheken allerdings gab es keine Preisnachlässe: Der durchschnittliche Wert lag auch im zweiten Quartal bei 2,7 Prozent. Die tieferen Zinsen sieht man auch in der Zinskurve für Festhypotheken.
Immer beliebter: Liborhypotheken
Die Nachfrage nach Festhypotheken war im zweiten Quartal mit 79 Prozent praktisch gleich wie im ersten Quartal (80%). Eine erstaunliche Karriere legte die Liborhypothek hin: Mit 9 Prozent wurde sie seit Beginn der Messungen von comparis.ch noch nie so häufig nachgefragt wie im vergangenen Quartal. Die Finanzierung von Wohneigentum mit Liborhypotheken ist die momentan günstigste Variante. «Da es seitens der Nationalbank auch keine Anzeichen für überraschende Zinsanstiege gibt, trauen sich immer mehr Wohneigentümer, ihr Haus mittels Liborhypothek zu finanzieren», meint Martin Scherrer, Bankenexperte bei comparis.ch. Um den gegenüber dem Euro starken Franken nicht noch stärker zu machen, zögere die Nationalbank mit Zinserhöhungen, was wiederum den Wohneigentümern zu Gute komme.
Langfristige Hypotheken wieder beliebter
Diese komfortable Zinssituation aus der Sicht der Hausbesitzer spiegelt sich auch in der Nachfrage nach den Festhypotheken wider. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten (7 bis 10 Jahre) hat im zweiten Quartal 2010 wieder angezogen: Mit einer Nachfrage von 54 Prozent ist dies im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 10 Prozentpunkten. Sowohl mittelfristige Festhypotheken (4 bis 6 Jahre) wie auch kurzfristige (1 bis 3 Jahre) haben bei den Wohneigentümern an Attraktivität verloren. Mittelfristige wurden noch zu 41 Prozent nachgefragt (Vorquartal 46%), kurzfristige Laufzeiten noch zu 5 Prozent, halb so viel wie im ersten Quartal 2010.
Im abgelaufenen Quartal war die 10-jährige Festhypothek nach dem Unterbruch im ersten Quartal wieder die beliebteste Festhypothek. Die Nachfrage lag bei 39 Prozent (Vorquartal 27%). Festhypotheken mit 5 Jahren Laufzeit wurden im zweiten Quartal noch zu 36 Prozent nachgefragt. Im ersten Quartal 2010 waren 5-jährige Festhypotheken mit einer Nachfrage von 41 Prozent sogar beliebter als 10-jährige Laufzeiten.
Aufgrund der wieder höheren Nachfrage nach langfristigen Laufzeiten hat sich die durchschnittlich nachgefragte Laufzeit der Festhypotheken von 6,5 auf 7,2 Jahre erhöht.
Web: Comparis.ch


